Ein Laptop ist noch kein Erziehungsmodell. Online Lernmodelle richten sich vor allen nach dem Alter der Schüler oder Studenten und den zugrundeliegenden Bildungszielen. Sollen komplette Online Lernplattformen entstehen oder sollen digitale Medien effektiv in den regulären Unterricht integriert werden? Bei letzterer Lösung spricht man im Englischen von Flipped Classrooms oder Blended Learning, also ‚Umgedrehte Klassenzimmer‘ oder ‚Gemischtes Lernen‘. Damit ist gemeint, dass Schüler sich einfacheres Wissen und Fertigkeiten daheim im Selbststudium selbst erarbeiten, etwa durch instruktionelle Videos oder Online Quizze, um dann im Klassenzimmer komplexeres Aufgaben verstehen und weiterentwickeln zu können. Das hat zu einen den Vorteil, dass sich Schüler an eigenverantwortliches Lernen gewöhnen und zum anderen die wertvolle Zeit im Klassenzimmer dazu genutzt wird höhere kognitive und soziale Fähigkeiten zu entwickeln und anzuwenden. Die traditionellen Hausaufgaben, also die Anwendung neuen Wissens werden also in das Klassenzimmer verlegt während einfachere instruktionelle Fertigkeiten als Hausaufgabe gegeben werden, daher der Ausdruck ‚flipped‘ (umgekehrt/ umgedreht). Beim Blended Learning werden dagegen ausgewählte Lernmaterialien online gestellt.

Beide Ansätze werden bereits erfolgreich in der ganzen Welt angewandt, erfordern jedoch eine klare Strukturierung der Lernziele (learning outcomes) im Curriculum. Zum Beispiel müssen spezifische von allgemeinen Lernzielen klar unterschieden werden und Lehrkräfte müssen sicherstellen, dass alle Schüler mit den neuen Medien zurechtkommen. Mit höherem Alter können komplexere Lernprozesse online stattfinden, etwa in der Form von Computersimulationen, Rollenspielen, Lernen unter vernetzten Gruppen (Peer-to-Peer Learning) und der kompletten Lösung authentischer Probleme. Eine Herausforderung ist einmal die Bereitstellung geeigneter Online Lernplattformen, deren ständige Aktualisierung sowie zusätzliche Zeit für Lehrkräfte aktives digitales Lernen zu planen, bereitzustellen und zu verwalten.

Zusammenfassung: Das digitale Klassenzimmer fördert die Selbstverantwortlichkeit von Studenten für ihr Lernen. Die wertvolle Zeit und der persönliche Kontakt im ‚analogen‘ Klassenzimmer kann mithilfe digitaler Modelle besser genutzt werden. Flipped Classrooms oder Blended Learning erfordern im Gegenzug mehr Vorbereitungszeit für Lehrkräfte und basieren auf deren Kompetenz Lerninhalte online zur Verfügung zu stellen. Mehr zum Thema digitales Lernen gibt es hier.

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