JSK white BG3Mein Name ist Joana Kompa und ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin im OLE+ Projekt an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Das Projekt zur Qualitätsoffensive Lehrerbildung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Mein Spezialgebiet ist die Digitalisierung im Bildungswesen.

Zuvor hatte ich 30 Jahre lang intensive Erfahrung in der postsekundären Bildung in Asien (Singapur, China und Thailand) gesammelt. Meine Ausbildung begann in der schülerzentrierten Pädagogik. Unter der Leitung von Prof. Howard Barrows, einem der Gründer Problembasierten Lernens (PBL), wurde ich in Kanada in konstruktivistischer Pädagogik ausgebildet, daher auch der Titel dieses Blogs ‚Aktives Lernen‘. Als Fachberaterin für PBL arbeitete ich unter der Schirmherrschaft des Erziehungsministeriums in Singapur an der Implementierung von PBL für die Temasek Fachhochschule. Unser Team war für die Systemumstellung von einer lehrerzentrierten zu einer schülerzentrierten Pädagogik von insgesamt 15,000 Studenten zuständig. Verantwortlichkeiten umfassten die Schulung von Lehrkräften, die Neuformulierung von Curricula sowie die akademische Qualitätssicherung. Meine internationale Zertifizierung als Lehrkraft in der postsekundären Bildung erhielt ich von der Staff and Educational Development Association (SEDA) in England. Meine Zusatzausbildung als Online Tutor genoss ich an der Universität Oxford.

Schülerzentrierung und Digitalisierung, das Hauptthema dieser Webseite, sind eng miteinander verwoben. Ohne eine Schülerzentrierung ist es praktisch unmöglich zukunftsrelevante Kompetenzen zu erwerben, die Autonomie (Selbstorganisation) und soziale Fähigkeiten von Jugendlichen entwickeln. Digitalisierung kann, in schlimmsten Falle, Schüler sogar entmündigen, nämlich dann, wenn sie blind von Maschinen vorgegebenen Algorithmen folgen oder von diesen in Abwesenheit pädagogischer Kriterien in behavoristischen Lernumgebungen bewertet werden. Zahlreiche konditionierende digitale Bildungsprodukte legen diesen Schluss mittlerweile nahe und Kant scheint Recht zu behalten mit seiner Schlussfolgerung „Der Mensch kann entweder bloß dressiert, abgerichtet, mechanisch unterwiesen, oder wirklich aufgeklärt werden (Über Pädagogik, Einleitung, A 25). Technische Möglichkeiten der Vernetzung, menschliche Autonomie und Sozialbeziehungen waren noch nie derart eng miteinander verwoben.


‚We are currently preparing students for jobs that don’t yet exist, using technologies that haven’t been invented, in order to solve problems we don’t even know are problems yet.‘

Richard Riley, Secretary of Education under Bill Clinton


Da die jüngste Schülergeneration (‚digital natives‘) sehr natürlich mit digitalen Medien umgeht, ist deren Nutzung eine große Chance den Unterricht vielseitiger, anspruchsvoller und effektiver zu gestalten. Darüber hinaus sollte Schule kritisches Denken und eine kreative persönliche Entwicklung fördern. Lernen sollte Freude machen und zur persönlichen wie der beruflichen Entwicklung junger Menschen beitragen. In der Wirtschaftsordnung 4.0 werden Kompetenzen der Kooperation, der Entwicklung innovativer Lösungen und des verantwortungsvollen Handelns gefragt. Hierin liegt eine riesengroße Chance und es ist höchste Zeit unsere Schülerinnen und Schüler auf diese neue Welt vorzubereiten. Dies betrifft auch das vernachlässigte Thema lebenslangen Lernens, ein entscheidender Prädikator für würdevolles Altern und eine größtmögliche soziale Partizipation während aller Lebensphasen.

Mit herzlichen Grüßen,

Joana Stella Kompa

M.Sc. Angewandte Psychologie (University of Liverpool)